DIALYSE

Nierentransplantation

Medizinische Voraussetzungen und Risiken

Der Informations- und Untersuchungsablauf vor einer Nierentransplantation erfolgt nach bestehenden medizinischen Regeln. Nach sehr ausführlichen Beratungsgesprächen zwischen behandelndem Nephrologen und Patienten über Vor- und Nachteile der Nierentransplantation muss mit den umfangreichen medizinischen Voruntersuchungen (Untersuchung des Herzens und der großen Gefäße, Auswertung von Röntgen- und EKG-Befunden, urologische Untersuchung, Infektionsstatus, Untersuchung des Magen-Darm-Trakts etc.) begonnen werden.

Liegt bei einem Patienten eine Kontraindikation vor, wie z.B. eine schwerwiegende bösartige Erkrankung, eine akute Infektionserkrankung, oder auch schwer wiegende zusätzliche Erkrankungen, kann keine Nierentransplantation durchgeführt werden. Weitere Gegenanzeigen sind Schwangerschaft oder ein sehr hohes Risiko für Herz- und Gefäßerkrankungen.
In anderen Fällen ist zwar die Möglichkeit einer Nierentransplantation eingeschränkt, sie bleibt aber unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Dazu gehören bestimmte Nierenerkrankungen, psychische Störungen, die die Therapietreue nach der Transplantation beeinflussen können oder ein mäßig erhöhtes Risiko für Herz- und Gefäßerkrankungen.

Steht nach Vorlage aller Befunde aus medizinischer Sicht einer Transplantation nichts mehr im Wege, so entscheidet das Transplantationszentrum in Absprache mit dem behandelnden Nephrologen und dem Patienten über die Aufnahme auf die Warteliste. Derzeit warten in Deutschland etwa 10.000 Menschen auf eine Nierenspende. Die Transplantationszentren geben die erforderlichen Patientendaten weiter an Eurotransplant (ET) in Leiden, Niederlande. Dort werden für jedes Organ gemeinsame Wartelisten der ET-Mitgliedsländer Niederlande, Belgien, Luxemburg, Österreich, Slowenien und Deutschland geführt. Sobald die Patientendaten an die Vermittlungsstelle Eurotransplant gemeldet sind, muss der Patient rund um die Uhr für das Transplantationszentrum erreichbar sein. Reisen sollten stets mit dem für den Patienten zuständigen Transplantationszentrum abgestimmt sein.

Das größte Risiko bei einer Transplantation ist die nachträgliche Abstoßung der neuen Niere. Um eine Abstoßung zu verhindern, muss die körpereigene Abwehr (das Immunsystem) dauerhaft eingeschränkt (supprimiert) werden. Um eine Abstoßung zu verhindern und damit den Erfolg der Transplantation dauerhaft zu sichern, sind die ärztlich verordneten Medikamente regelmäßig und entsprechend der ärztlichen Anordnung zwingend und konsequent einzunehmen.

OP-Ablauf

Wenn eine Spenderniere vermittelt werden kann, und es der aktuelle Gesundheitszustand des Empfängers die Transplantation erlaubt, wird die Operation durchgeführt. Es wird nur eine Niere verpflanzt. Denn nach erfolgreicher Transplantation kann sie alle erforderlichen Aufgaben übernehmen.

Die Spenderniere wird in der rechten oder linken Leistenregion eingesetzt. Dort ist der operative Zugang verhältnismäßig leicht. Die Nierengefäße werden mit den Beckengefäßen des Empfängers und der Harnleiter der Spenderniere mit der Harnblase verbunden. In den meisten Fällen nimmt die neue Niere innerhalb der ersten zwei Wochen ihre Funktion auf.

Unnmittelbar nach der Operation beginnt eine Therapie, die das Immunsystem unterdrückt. Dies geschieht, um eine Abstoßung der Niere zu verhindern.

Organspende und rechtliche Voraussetzungen

Die Voraussetzung für eine Nierentransplantation ist die Organspende – entweder von Verstorbenen oder als Lebendorganspende.

Transplantationen sind nur möglich, wenn Menschen sich zu Lebzeiten mit der Organspende nach ihrem Tod auseinandersetzen, dazu eine persönliche Entscheidung treffen und diese schriftlich z.B. auf einem Organspendeausweis festhalten.

Die Voraussetzungen für eine Organspende sind:

  • die Einwilligung des Verstorbenen, z. B. durch einen Spenderausweis, oder stellvertretend durch die Zustimmung seiner Angehörigen
  • der festgestellte Hirntod. Der Tod muss von zwei unabhängigen, neutralen und erfahrenen Ärzten nach den Richtlinien der Bundesärztekammer zur Hirntod-Diagnostik festgestellt worden sein.

Mehr Informationem zum detaillierten Ablauf einer Organspende finden Sie bei der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO).

Bitte beachten Sie unsere bestellbares Informationsmaterial.